Federleichte Grundschultage
Eine ganze Schule unterbricht den Alltag und legt für drei Tage den Fokus auf Stille und Pilgern
„Ich fühle mich ganz federleicht – machen wir das wieder?“, fragten begeisterte Schülerinnen schon nach dem ersten Tag. Die Tage vom 20. bis 22. Mai 2026 werden die Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrkräfte der Johannesschule in Arnsberg lange in Erinnerung behalten. Die Grundschulleiterin Frau Beine hat die „religiöse Woche 2026“ initiiert und vorbereitet zusammen mit Sarah Münsterteicher von der Schulpastoral im Erzbistum Paderborn und Vikar Neumann aus dem Arnsberger Pastoralteam.
Vikar Neumann gab jeweils am Morgen einen kurzen spirituellen Impuls für alle versammelten Schülerinnen und Schüler. Gut eingestimmt sind dann die jeweiligen Jahrgänge entweder zu einer kleinen Pilgerwanderung aufgebrochen oder haben in der Schule neue Stille-Übungen kennengelernt. Damit die Übungen noch lange nachwirken können, sind diese in einer Schatzkiste in den Klassen verblieben. Kinder und Lehrkräfte können also immer wieder im Schulalltag auf eine der Übungen zurückgreifen, damit alle einmal durchatmen oder sich frisch konzentrieren können.
Ein besonders magischer Moment dabei ist eine kleine Glitzer-Feder, die schweigend von einer Hand zur nächsten wandert. Es braucht also manchmal nicht viel, damit Stille einkehrt. Aber auch Stille will bewusst eingeübt werden, damit der Körper und der Kopf zur Ruhe kommen können. Im Lehrerzimmer war immer wieder ein Murmeln zu hören: „Eigentlich brauchen wir gerade jede Stunde für Mathe, aber wenn die Kinder nicht zur Ruhe kommen können, geht auch kein Mathe in die Köpfe.“ Es wurde an diesen intensiven Tagen deutlich, wie wichtig es ist, dass Schule bewusst Lernalltag unterbricht, denn erst durch die Unterbrechungen wird Lernen wieder möglich.
Die „Religiöse Woche“ führte am Freitag mit einer Pilgerreise in sechs Bussen alle 12 Klassen zur Abtei Königsmünster nach Meschede. Neben einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche gab es die Gelegenheit in vielen kleinen Workshops das Klostergelände zu entdecken. Vor dem Abschied konnten sich alle Teilnehmenden noch mit Würstchen und Brötchen stärken.
Jetzt sind alle ausgeruht und voll mit bewegenden Erinnerungen zurück in Arnsberg. Die Gemeinde pflegt weiter ihre Kontaktstunden zu den Grundschulkindern und Frau Liedhegener aus dem Lehrerkollegium teilte begeistert mit: „Die Kinder haben sich so toll auf das Pilgern und die vielen Stille-Übungen eingelassen.“ Das Team aus der Schulpastoral wurde bereits angefragt, ob auch im nächsten Jahr die neuen Schulanfänger Projekttage „Stille und Entspannung“ buchen können. Denn auch das Pause machen und zur Ruhe finden will gelernt sein.
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