Kirchengemeinde - Pastoraler Raum Arnsberg

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LIEBFRAUEN


Kath. Kirchengemeinde Liebfrauen Arnsberg        

Hellefelder Straße 15 59821 Arnsberg

Kontaktdaten Pastoralteam:   hier
Öffnungszeiten und Kontaktdaten Pfarrbüro / Kontaktbüro der Gemeinde: hier
Kirche: Hellefelder Straße 17



            

Neue Liebe finden

Entstehung der 1. Kirche
 
 
Seit Jahrhunderten war die Propsteikirche die einzige Pfarrkirche in Arnsberg.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde immer deutlicher, dass die bevölkerungsmäßige und demzufolge bauliche Entwicklung von Arnsberg in der Neustadt eine zweite Kirche erforderlich machte. Die Zahl der Gemeindemitglieder wuchs über 8.000 bis auf 10.000 Personen.
Vor dem Ersten Weltkrieg wurde deshalb von Propst Brieden ein Grundstück hinter dem Landgericht gekauft und ein Kirchenbauverein unter der Leitung von Sanitätsrat Dr. Lohmann gegründet.
Ein  Baukapital von 250.000,-- RM stand bald zur Verfügung, da machten der Krieg und die folgende Inflation alle Hoffnungen zunichte.
1926 wurde eine neue Seelsorgestelle zum Aufbau einer Gemeinde in der Neustadt gegründet.
Trotz der nach wie vor schwierigen Zeit bevorzugte und erwarb der Kirchenvorstand 1927 ein Baugrundstück an der Vinckestrasse/ Johannesstrasse (heute: Zum Schützenhof  (Gutenbergplatz) wegen der Nähe zu den Schulen an der Sauerstraße. Die Sauerschule wurde 1928 gebaut.
Behelfsmässig wurden damals Messen in der Johanneskapelle und in der kleinen Schützenhalle gefeiert.
Zum zweiten Mal wurde ein Kirchenbauverein gegründet. Vorsitzender wurde der Kaplan der Propsteigemeinde Anton Knoke, dem die Seelsorgestelle für die Neustadt übertragen worden war.
Den 1928 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für einen Kirchenneubau mit 700 Sitzplätzen und einer Höchstrohbausumme von 357.000,00 RM gewannen die Architekten Flerus und Konert aus Dortmund. Es sollte eine Kirche mit einem Hauptraum, 13 Kapellen und 2 Kirchtürmen entstehen.
Die Kirche sollte nach dem Wunsch von Propst Hellweg der Mutter Gottes geweiht sein und Liebfrauenkirche heißen.
Trotz außerordentlich erfolgreicher Arbeit des Kirchenbauvereins und der Spendenfreudigkeit der Gläubigen sollte ein Kredit in Höhe von 300.000,00 RM aufgenommen werden.
Kreditschwierigkeiten vereitelten die Aufnahme der Anleihe. Der Bau einer Liebfrauenkirche am heutigen Gutenbergplatz war aus finanziellen Gründen nicht durchführbar.
Es folgten heftige kontroverse Diskussionen, die auch zu Austritten aus dem Kirchenbauverein führten.
Der Kirchenvorstand beschloss, eine finanziell einfachere, bescheidenere, kleinere und doch würdige Kirche auf einem Kirchengrundstück an der Hellefelder Strasse zu bauen, auf dem bereits ein Kindergarten errichtet war.
Der neue Entwurf der Architekten Flerus und Konert, Dortmund, wurde von Paderborn genehmigt und am 27. April 1931 erfolgte der erste Spatenstich.
Propst Bömer konnte am 4. Juni 1931 den Grundstein legen und am 11. Oktober 1931 hat Erzbischof Dr. Caspar Klein die Liebfrauenkirche konsekriert.
Die reinen Baukosten wurden gedeckt durch 65.000,00 RM, die der Kirchenbauverein gesammelt hatte, und mit 40.000,00 RM Aufwertungsgeldern des früheren Kirchenbaufonds und Zuwendungen der Kirchenkasse.
Durch das enorme Spendenaufkommen der Gemeinde wurde auch die Innenausstattung in ungewöhnlich kurzer Zeit vollendet.
Es muss also herausgestellt werden, dass die erste Liebfrauenkirche gänzlich aus eigener Kraft gebaut und fertig gestellt wurde.
Sie war kein Jahrhundertbauwerk, sondern ist in schwerer Zeit mit bescheidenen Mitteln und großem Herzblut der Gemeinde entstanden.
Am 12. Nov. 1931 hat der Erzbischof von Paderborn die Liebfrauengemeinde zur Pfarrvikarie erhoben. Eine selbstständige Pfarrei wurde sie durch Abpfarrungsurkunde des Erzbischofs am 12. April 1938, die der Regierungspräsident  von Arnsberg am 13. April 1938 bestätigte.
Erster Pfarrer wurde der bisherige Pfarrvikar Anton Knoke.

Die Anerkennung dieser Leistung unserer Vorfahren hat es den Geistlichen, dem Kirchenvorstand, dem Pfarrgemeinderat und darüber hinaus der ganzen Liebfrauengemeinde Anfang der 70-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht leicht gemacht zu akzeptieren, dass diese Liebfrauenkirche nach 40 Jahren aus baulichen Gründen nicht ständig repariert werden konnte und daher abgerissen werden musste.
Der Blick in die Zukunft mit dem Bau einer neuen Liebfrauenkirche und eines Gemeindezent rums mit Jugendzentrum, Altentagesstätte u.a. als Modellcharakter für eine Gemeindeseelsorge im Zentrum von Arnsberg hat die Entscheidungen getragen.
Die Achtung vor den Gemeindegründern ist ungebrochen.
 
Manfred Rotermund

Die heutige Kirche
Die alte Kirche wurde nach Plänen von Wilfried Karbe durch ein neues Kirchengebäude und ein mehrstöckiges Haus ersetzt, das auch Nutzungen außerhalb des Gemeindelebens möglich machte. Das Kirchengebäude steht auf einem Grundriss, in Form eines Trapezes, mit abgeschrägten Ecken. Über diesem Grundriss sind schräge Unterzüge gespannt, die insgesamt acht Abschnitte ergeben. Diese einzelnen Schotten sind durch hohe Glasbahnen und geschlossenen Wandabschnitte begrenzt; sie betonen den trapezförmigen Grundriss mit Vor- und Rücksprüngen.
Der Außenbau ist von Sichtbetontafeln und Schalungsfugen geprägt. Die unterschiedlich hohen Flachdächer sind treppenförmig gestaffelt, die höchsten Dächer liegen im Mittelpunkt. Es ergibt sich ein plastisch bewegtes Gesamtbild, das einem regelhaften räumlichen System Folge leistet. Die Dächer zweier Schotten ragen mit einer hohen Attika über den Rand heraus, in diesen Bereichen sind die Glasbahnen horizontal geführt. Die niedrigen Vordächer des Eingangsbereiches entsprechen der beiden Dachattika. Sie reichen von einer geringen Höhe bis auf die der Dächer.
Die schräg geführten Unterzüge bestimmen den Eindruck des Innenraumes. In die Versatzungen, der flachen Holzdecken sind zum Teil Lichtbänder eingefügt. Der Sichtbeton der Wände ist unbearbeitet. Die Schotten sind durch verschiedenfarbige Glasbänder abgetrennt. Die Orgelempore tritt mit einer hohen Brüstung hervor. Der im Gefälle verlegte Keramikfußboden mündet in einer Altarzone, die um drei Stufen angehoben ist.

Turm
Der Turm ist noch von der Kirche von 1932 erhalten, er ist mit einem Satteldach gedeckt und durch kleine rundbogige Öffnungen gegliedert.
 
Ausstattung
  • Die liturgische Ausstattung stammt ebenso, wie die bewegten Glaskompisitionen von Ina Hartmann Rochelle und Bernd Hartmann.
  • Der Altar, der Ambo und die Tabernakelstele sind gewichtiger Teil der Innenraumgestaltung.


Text aus Wikepedia


18.10.2017
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