Gedanken - Pastoraler Raum Arnsberg

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

HEILIGE FAMILIE
Gedanken
 
DUNKLE  JAHRESZEIT
von E. Thomas, Maria Laach, 11.11.2008
 
monat der toten – november
gedenke ihrer, die waren vor uns
doch auch mit uns, auf den wegen des lebens
lichter und kränze auf den friedhöfen
friedvoller hof – mit trauer und tränen
 
monat der lichter – dezember
gedenke ihrer, die waren vor uns
doch auch mit uns, auf den wegen des lebens
stutenkerle, spritzgebäck, lichter des advents
friedvolles zuhause – mit freude und gedanken der liebe
 
und dann kommt der tag, die nacht
heilige nacht – weihnacht
licht von bethlehem – licht der welt
gott wird mensch – und seit dem gilt
den toten – ein ewiges licht
 


         
GEDANKEN ZU PSALM  23
                       von Frauke Demming
             
Ich fühle mich wohl.  Bei Dir kann ich ruhig sein.
1 Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
  
Du sorgst für mich, Gott. Ich bin zufrieden.  
  
2 Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
  
3 Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu   seinem Namen.
  
Du gibst, ich darf empfangen.
Ich spüre Vertrauen und Sicherheit.
  
4 Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
  
Ich stehe unter Deinem Schutz.
Du gibst mir Halt und Zuversicht.
  
5 Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.
  
In meiner Not fängst du mich auf.
Deine Zärtlichkeit schafft Nähe.
  
6 Lauter Güte und Huld werden
mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.
  
Ich werde geliebt.
Du schenkst mir ein Zuhause.
 

HOFFNUNG PUR
von von Pfarrer Ernst Thomas

maria laach: an der kirche vorbei
den blick auf den see
blätter wirbeln durch die luft
die sonne lässt sie bunt erscheinen
 
eins ums andere sich trennen muss
ein letztes mal fliegen - dann zur erde
erde werden
 
so der mensch...
wenn seine stunde kommt
bunt und ernst das leben und am ende
erde werden
 
doch die bäume groß und klein
sprechen für die seele
frühjahr wird es wieder werden
neues wird entstehen
 
so der mensch...
wird auferstehen - neues leben
wiedersehen mit allen, die gingen uns voran
durch den ernst des lebens
war der weg doch nicht vergebens
 
ER, der herr, hat aufgetan  
gottes himmel für uns alle
blick auf die kirche - in die natur...
hoffnung pur
 
  
  
Barbara Vielhaber-Hitzegrad (2003)


 
KIRCHE  AKTUELL
von E. Thomas, Pfr., Oeventrop September 2009
 

mariä geburt – ein fest des glaubens
viele andere feste – sie prägen das leben
die orgel schweigt – es singen zwölf
statistisches mindesmaß – wo zwei oder drei
 
taufe und hochzeit – kommunion und firmung
der geist weht wo er will – ein schönes fest
viel arbeit und mühe – treffer ins herz?
alle sind da – viele gleich wieder weg
 
kirchliche hochzeit – sie gehört mit dazu
weißes kleid – der bräutigam wartet
das auto kommt – die fahrer: schwarze brillen
aufnahme läuft – bei uns in der ersten reihe
 
die hochzeit mit chor – welch ein genuss
der herr sei mit euch – keine antwort
das vater unser – wo zwei oder drei
gehet hin in frieden – nichts wie weg
 
das konzept ist fertig – familie angesagt
das neue folgt - pastoralverbund noch größer
gedrückte stimmung – wo geht es hin
das trifft auch ihn – den pastor vor ort
 
wo sind die lichter – wo ist ER
im dritten schuljahr – IHM auf der spur
der treue beter – in der leeren kirche
ER schaut IHN an – ER ist in der stille
 
und ER spricht – auch heute noch
fürchte dich nicht - du kleine herde
der friede sei mit dir - mehr als ein gutes gefühl
ich bin dein friede
 
Motto der Erstkommunionvorbereitung 2009/2010:
DER FRIEDE SEI MIT DIR  (Joh 14,27)
... mehr als ein gutes Gefühl
         

NATURGEWALTEN
von Ernst Thomas, Pfr. Oeventrop 19.1.2007
  

er meldete   sich an und hatte einen namen
bekannt durch zeitung, funk und fernsehen
internet nicht vergessen - seht euch vor
kyrill hieß er - stark und gefährlich
  
er stellte   sich vor - kaum zu glauben
von nord nach süd - von west nach ost
zeigte uns menschen die kräfte der natur
kyrill hieß er - verletzend und tödlich
           
so kam es   dann - straßen und bahn am ende
bäume und häuser - leitungen und autos
aus den bahnen gerissen - nichts ging mehr
kyrill hieß er - machtlos wir menschen
  
der wald   geknickt - streichhölzern gleich
sirenen und blaulicht - großes lob den helfern
rund um die uhr - regen und orkan
kyrill hieß er - ohnmacht und viel verloren
  
ora et   labora - bete und arbeite
dass ich kyrill - komme nicht wieder
erinnert euch an mich - denkt an die schöpfung
SEIN wort: mensch - bebaue und behüte

Nach "Kyrill":
Auf dem Hasenacker stand einmal ein stolzer Fichtenwald.
Foto 19.01.2007




 
LEBENSLICHT
von E.Thomas, Pfr. Oeventrop 30.10.2006


regen und sturm
november und herbst
hinein ins haus
melancholie

alt und krank
mit anderen und doch allein
letzte phase des lebens
depression
 
sterben und vergehen
leben und tod
hinauf zu den gräbern
traurigkeit

allerheiligen und allerseelen
kränze und lichter
botschaft des glaubens
ewiges leben
 



TÜR DES HERZENS
von E. Thomas, Pfr., Oeventrop, 4.12.2008


alle jahre wieder - die halle schön geschmückt
kaffee und kuchen - glühwein und punsch
die tür - symbol der stunde - öffne sie
tür des herzens
 
alle jahre wieder - texte und lieder
flöten und sterne - bereitet dem herrn den weg
kfd macht es möglich - für viele: einzige stund
tür des herzens
 
begegnung und besinnung - ein schöner verbund
schreib auf den stern - den ersten schritt
geh zufrieden nach haus - durch die tür
tür des herzens
 
was nimmst du mit - lieder, menschen, texte
was tut dir gut - ruhe und stille
advent 2008 - bei IHM sein
tür des herzens

 


110 JAHRE PFARRKIRCHE 21. März 2009
                            von E.Thomas, Pfr. Oeventrop, März 2009  
 

pfarrkirche heilige familie oeventrop
sie ist unser stolz -
wunderschön außen und innen
110 jahre ist sie heute alt
 
und steht in der mitte
die glocken laden ein zum verweilen
und zum gebet
fröhliches singen und orgelspiel
erklingt zu SEINEM lob
tut dies zu meinem gedächtnis
wir feiern das hl. mahl
 
unaufhörlich die züge des lebens
dumpf läutet die glocke so manches mal
den berg hinauf zieht
vorbei der zug der trauernden
daneben -
unaufhörlich die züge des lebens

wenn doch steine und bäume
erzählen könnten vom ort,
wo freud und leid sich begegnen
wo himmel und erde sich berühren
  
das schönste in der kirche -
da darf ich sein
niemand sagt, hör auf zu weinen
denn ER schaut mich an
und ich schau IHN an
  

 

Dieser Gebetszettel zu "150 Jahre St. Nikolaus Rumbeck" wurde zur Feier des Patronatsfestes am 7. Dezember 2008 an die Kirchenbesucher verteilt, eine Woche später dann auch in der Pfarrkirche Heilige Familie Oeventrop.

  
           




FRONLEICHNAM 2006 in Rumbeck           
von E.Thomas, Pfr., Oeventrop,   15.6.2006
            
            


fronleichnam 2006 –  historische Stunde
der himmel geht über allen auf -
das wetter machen nicht wir
dorfplatz und straßen geschmückt,
die menschen beschirmt
mutter und tochter –
jung und alt mit IHM zusammen
trotz allem – kirche lebt
  
der weg ist das ziel – wo zwei oder drei
musik und schützen –
himmel, fahnen und weihrauch
christen singt mit frohem herzen -
auch unterm schirm
brot des lebens –
ER geht mit uns an die frische luft
und SEINE kirche lebt
  
christen heute -
sie geben zeugnis – erinnern an IHN
für alle, die bleiben zu hause
und denken es ist cool
doch fronleichnam
auf den straßen spricht:
vergiss ihn nicht -
SEINE tür ist immer offen
geschenk SEINER liebe –
geschenk für uns alle
  



ABERGLAUBE IM GOTTESLOB
                            von Johannes Vielhaber
 

Da findet man in unserer Kirche in einem roten Gotteslob einen Papierstreifen mit folgendem Text:
 
Novene zum hl. Herzen Jesu
Möge das allerheiligste Herz Jesu verehrt, gelobt, gepriesen und verherrlicht werden, hier und an allen Orten auf der ganzen Welt. Jetzt und immerdar. Amen
Man bete dieses Gebet 6x am Tage und das 9 Tage lang, und lasse jeden Tag eine Kopie davon in einem Gebetbuch oder in der Kirchenbank zurück liegen. Noch vor dem 9. Tag wird deine Bitte erhört werden und möge diese noch so unerfüllbar erscheinen.
 
Was ist eine Novene? In der katholischen Kirche versteht man seit altersher darunter eine Frömmigkeitsübung – besonders in Ordensgemeinschaften - , bei der an neun aufeinander folgenden Tagen bestimmte Gebete in bestimmten Anliegen verrichtet werden. Es gibt Novenen vor großen Festen (Ostern, Pfingsten, Weihnachten), aber auch z.B. vor dem Weltjugendtag 2005, vor oder nach wichtigen persönlichen Entscheidungen und Lebensereignissen, beim Tod z.B. eines Papstes, zu vielen Heiligen der Kirche. So haben Novenen ihren ganz eigenen Wert, auch die beiden ersten Sätze der Herz-Jesu-Novene.
Schlimm wird das jedoch, wenn man Gebetsanliegen in Form eines Kettenbriefes wie im Gotteslob verbreitet, der mit der Angst oder Hoffnung der Menschen spekuliert. Warum gerade 54mal beten? Oder in anderen Fällen neun Tage lang eine Kerze brennen lassen mit dem Versprechen (siehe auch oben), dass die Bitte auf jeden Fall vor dem 9. Tag erhört wird, und sei sie noch so unerfüllbar.
 
Jesus selbst hat die Menschen auch zum bittenden Gebet aufgerufen, nicht aber in dem Sinn, dass „Gott für uns nur ein brauchbares Mittel“ (Katechismus der Kath. Kirche) zur Erfüllung unserer ichbezogenen Wünsche ist.
 
Überlassen wir Gott unsere Anliegen, aber klammern wir uns nicht an den Aberglauben fördernde Kettenbriefe mit ihren pseudoreligiösen Gebrauchs-anweisungen.


AUßEN UND INNEN
            von E. Thomas. Pfr.
 
so frei  sah man sie selten, kahl, aber freier blick
sie ist unser stolz - wunderschön außen und innen
105 jahre ist sie heute altund steht in der mitte
  
und die bäume - sie werden wieder grün
sträucher, büsche und blumen - neues leben entsteht
der herr wohnt in unserem dorf, es ist sein zuhaus

die glocken laden ein zum verweilen und zum gebet
fröhliches singen und orgelspiel erklingt zu seinem lob  
tut dies zu meinem gedächtnis - wir feiern das hl. Mahl

und hören  seine frohe und gute botschaft:
in meinem haus, bei mir seid ihr wohl geborgen
hand in hand gehen wir gemeinsam durchs leben
  
dumpf läutet die glocke so manches mal
den berg hinan zieht vorbei der zug der trauernden
da neben, unaufhörlich die züge des lebens
    
wenn doch steine und bäume erzählen könnten
vom ort, wo freud und leid sich begegnen
wo mensch und gott sich vereinen
  
und das schönste innen: da darf ich sein  
niemand sagt hör auf zu weinen
denn er schaut mich an und ich seh ihn an
  
und das schönste außen: ich gehör dazu
die menschen, das leben, die Schöpfung pur
sie alle geben Zeugnis von ihm dem herrn
  
 


AM ST. PETERTAG BEGINNT DER FRÜHLING

  
Vor über 100 Jahren noch zogen zur Dämmerstunde im Sauerland – überliefert ist das auch für Oeventrop – die Kinder durch das Dorf zum „Sonnenvogeljagen“. Das ist ein untergegangener Brauch am Vorabend des 22. Februar. An diesem Tag feiert die kath. Kirche den „Peterstag“, auch „Petri Stuhlfeier“ genannt, ein heute im Bewusstsein der Bevölkerung kaum noch vorhandenes Fest. Mit der „Stuhlfeier“ wird der Bischofswürde des hl. Petrus gedacht.
  
Dieser „Peterstag“ aber war im Volk von altersher der eigentliche Frühlingsanfang. Wie Kessemeier in seinem Buch „Die Ruhrdörfer“ dokumentiert, zogen am Vorabend die Schulkinder durch die drei Ortsteile. Sie klopften mit Knüppeln an die vier Wände der Häuser und sangen dieses Lied:

  
Weckop, weckop Sunnenviuel,
Sünte Poiter ise kuemen.
Klaine Mius, gräote Mius,
alle Unglück iut düesem Hius!
In de stoinern Kiule
Saste inne verfiulen!
In de stoinern Krippe
saste inne sitten!
Bit tint Johr ümme düese Toit,
biet dat di de lange Hals afgoiht.



  
Der   „Sunnenviuel“ als „Sonnenvogel“ ist der Schmetterling, ein altes Symbol für die Seele. Die Erwachsenen des 19. Jahrhunderts in Oeventrop warteten immer freudig gespannt auf die den Frühling einsingenden Kinder. Die erhielten dann zur Belohnung ein für heutige Verhältnisse bescheidenes Ei.
       
 
         
Handmeditation
von Thomas Friese  


Wenn du die Innenseite Deiner Hand anschaust,
kannst du viele Linien entdecken.
Es sind ganz unterschiedliche Linien.
Breit und markant, aber auch klein und zart.
  
Folge mit deinem Zeigefinger diesen Linien.
Mal in der rechten, mal in der linken Hand.
  
Streichle nun über den Handrücken.
Spüre den Unterschied.
  
Lege deine Handflächen aneinander,
reibe sie langsam aneinander.
Was spürst du?
  
Ja, Hände können wärmen.
Führe deine Hände zum  Gesicht
und spüre die Wärme deiner Hände.
         
Nimm deine   Hände und forme sie
über deinem Kopf zu einem Dach.
Deine Hände sind wie ein Haus,
das Geborgenheit schenkt.
  
Versuche nun, deine Hände
zu einer Schale zu formen.
Schau, du kannst in diese Schale
Dinge legen, Wasser auffangen.
Deine Hände sind stark.
  
Umfasse mit deiner rechten Hand
dein linkes Handgelenk.
Dosiere deinen Druck.
Spüre deine Kräfte.
Deine Hände können aber auch
ein Geheimnis bewahren.
Einen kostbaren Stein oder
ein Schmuckstück.
  
Versuche es doch mal mit deinen Händen.
Gleichzeitig ist diese Form auch Zeichen
des Glückwünschens - "das   Daumendrücken".
  
Der Priester   hat uns zur Taufe
das Kreuzzeichenauf die Stirn gezeichnet.
Auch wir bekreuzigen uns.
Führe auch du im Namen des Vaters,
des Sohnes und des heiligen Geistes
das Kreuzzeichen aus.
Unsere Hände schützen
uns als Werkzeug Gottes.
  
Schaue nun wieder deine Hände an,
mit denen du gerade auf Entdeckungsreise warst.
Deine Hände können geben, halten,
wärmen, bewahren, segnen.
Unsere Hände - Werkzeug Gottes - Gottes Hände.
  
                                                

Wasser

Einen  Weisen in China fragten einmal seine Schüler:
"Du stehst nun schon  lange vor diesem Fluss
und schaust ins Wasser.
Was siehst du denn da?"   

Der Weise gab keine Antwort.
Er wandte seinen Blick nicht ab von
dem unablässig strömenden Wasser.

Endlich sprach er:
"Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen.
Wohin es  fließt, bringt Leben
und teilt sich aus an alle,
die seiner bedürfen.

Es  ist gütig und freigiebig.
Die Unebenheiten des Geländes
versteht es auszugleichen:
Es ist gerecht.

Ohne zu zögern in seinem Lauf stürzt es sich
über die Steilwände in die Tiefe.
Es ist mutig.

Seine Oberfläche ist glatt und ebenmäßig,
aber es kann verborgene Tiefe bilden.
Es ist weise.

Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es.
Es ist verträglich.

Aber seine Kraft ist Tag und Nacht am Werk,
das Hindernis zu beseitigen.
Es ist ausdauernd.

Wie viele Windungen es auch auf sich  nehmen muss,
niemals verliert es die Richtung zu seinem ewigen Ziel,
dem  Meer, aus dem Auge.
Es ist zielbewusst.

Und so oft es auch verunreinigt wird,  
bemüht es sich doch unablässig,
wieder rein zu werden.

Es hat die Kraft,  
sich immer wieder zu erneuern."
"Das alles“, sagte der Weise,
„ist es, warum ich auf das Wasser schaue.
Es lehrt mich das rechte Leben."



Auf Wiedersehn
von Pfarrer Ernst Thomas


Bea Nyga singt bei der kfd

Trennen und wiedersehen
so hieß das lied bei einem konzert
die sängerin sang es mit herz und gefühl

das lied erzählt von mann und frau
erzählt die höhen und tiefen
erzählt von lachen und weinen

und auch die falten gehören mit dazu
die spuren des lebens je älter man wird
machen reif den menschen schritt für schritt

trennen und wieder sehen
so heißt die botschaft der christen
für freunde und freundinnen von IHM

das ist der trost – die hoffnung auch heute
denn der zeitpunkt des sterbens stimmt nie
der schmerz im herzen – er bleibt – er tut weh

das leben ist hart – die liebe weint
trennung und trauer – so ist das leben
doch unser glaube sagt: auf wiedersehen
                                 


Kirche und Kaugummi
                     von Johannes Vielhaber

Oliver Kahn tut es mit Ausdauer, die  Verkäuferin an der Supermarktkasse tut es, die Stuhlassistenz beim  Zahnarzt tut es – Kaugummi kauen. Das ist aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken und soll sogar gesund sein. Über Ort und Zeit des Kauens kann man allerdings getrennter Meinung sein.
Mittlerweile hat diese (Un-)Sitte auch  den Kirchenraum erobert. Da sind es auch schon mal die Kinder, doch  meistens mahlen junge Eltern mit den Kinnbacken. Beliebt sind da  besonders die Feier der Erstkommunion, Kindergottesdienste oder auch –  da man der Familie zuliebe daran teilnimmt – Beerdigungsämter.
Nun mag es ja vorkommen, dass man  vergisst, den Kaugummi vor dem Öffnen der Kirchentür im Taschentuch zu  deponieren – wie ja auch hin und wieder mal ein Handy zwischen Predigt  und Fürbitten piept.
Pfarrer Ernst Thomas hat reichlich Kirch-Kaugummi-Erfahrung:
- Zwei Männer (jung und alt) kauen im  Beerdigungsamt. Beide gehen so zur Kommunion. Der Jüngere nimmt es auf  Bitte heraus und empfängt die Hostie mit der anderen Hand. Der Ältere  geht ohne zu kommunizieren zurück.
- Ebenfalls Beerdigungsamt: Vor dem  Kommunionempfang steckt auf Ansprache des Pfarrers eine Frau ihr  Kaugummi ins Tempotaschentuch.
- Im Eröffnungsgottesdienst der  Kommunionkinder, am Weißen Sonntag und besonders auch bei Hochzeiten  waren und sind immer wieder Kaugummi kauende Menschen.
- Schulmessen: Kinder mit Kaugummi werden nach draußen zum „Entsorgen“ geschickt.
Für Pfarrer Ernst Thomas ist das eine  Frage des Anstandes, mehr noch eine Frage mangelnder Ehrfurcht. Der  Besucher in der Kirche ist eingeladen, dem Herrn zu begegnen im Wort und  im Heiligen Mahl. So störend Kauen in jeder persönlichen Begegnung zu  empfinden ist, so störend ist es, vom Ambo oder vom Altar kauende  Menschen zu entdecken. Oft sind es Menschen, die sich nach Meinung des  Pfarrers in der Kirche nicht „bewegen“ können (Antworten, Kreuzzeichen,  Stehen, Sitzen) oder so ihre Langeweile zum Ausdruck bringen.
Auf dem Hintergrund der  Beerdigungsbeispiele entstand folgender Text, der jeweils bei  Totenmessen vor dem Kommunionempfang vorgelesen wird und mit den  Kommunionhelfern abgestimmt wurde:

Als Trauergemeinde haben wir uns  hier versammelt, um für den lieben Verstorbenen das Heilige Mahl zu  feiern. Für einige ist diese Messe seit langem wieder ein Kontakt mit  der Kirche. Zum Empfang der Heiligen Kommunion sind wir von Jesus  Christus selbst eingeladen. Er freut sich über jeden, der kommt. Doch es  bedarf einer inneren Gestimmtheit und Ehrlichkeit. Es ist die  Entscheidung eines jeden Christen, die Einladung anzunehmen.



Gebet einer Mutter
                         von Ursula Mell

Die Kinder sind klein
und glauben, sie wären Riesen.
Hilf mir, sie meine Angst nicht spüren zu lassen.

Sie sind gutgläubig
und meinen, die Welt wäre friedlich.
Hilf mir, meine Zweifel richtig zu dosieren.

Sie sind spontan
und denken nicht nach meinem Terminplan.
Hilf mir, sie Kind sein zu lassen.

Sie sind fordernd
und planen mich voll ein.
Hilf mir, dass ich ICH bleibe.

Die Kinder sind klein
und entwickeln sich zu Riesen.
Hilf mir, dass wir Freunde werden.
                                  


7 Tage   7 Gedanken
     von Pfarrer Ernst Thomas


GUTE WORTE           MONTAG
worte können ermutigen und glücklich machen
gebrauchen wir solche worte:
du kannst es
schön, dass du da bist
ohne dich nichts los
ich drück dich
ich denk an dich
ich mag dich
ich liebe dich
du bist mein freund
ich vertraue dir
mit dir bin ich stark
so wie du bist – bist du o.k.
du fehlst mir
entschuldigung
danke
tut mir leid
schnee von gestern
auf morgen kommt es an
gute nacht – gute träume
guten morgen – ein neuer tag
komm gut heim
pass auf dich auf
fahre vorsichtig
bleib schön artig
hilf mir – dann kann ich es auch
ich drück dir die daumen
thank you for the music
für jetzt bleiben: glaube - hoffnung - liebe
am größten ist die liebe
jesus sagt: fürchte dich nicht
ich bin bei dir alle tage bis zum ende der welt
 

NATURGEWALTEN            DIENSTAG
er meldete sich an und hatte einen namen
bekannt durch zeitung, funk und fernsehen
internet nicht vergessen – seht euch vor
kyrill hieß er – stark und gefährlich
er stellte sich vor – kaum zu glauben
von nord nach süd - von west nach ost
zeigte uns menschen die kräfte der natur
kyrill hieß er – verletzend und tödlich
 
so kam es dann – straßen und bahn am ende
bäume und häuser – leitungen und autos
aus den bahnen gerissen – nichts ging mehr
kyrill hieß er – machtlos wir menschen
 
der wald geknickt – streichhölzern gleich
sirenen und blaulicht – großes lob den helfern
rund um die uhr – regen und orkan
kyrill hieß er – ohnmacht und viel verloren
 
ora et labora – bete und arbeite
dass ich kyrill - komme nicht wieder
erinnert euch an mich – denkt an die schöpfung
SEIN wort: mensch - bebaue und behüte


ET KÜTT WIE ET KÜTT        MITTWOCH
sie kommt von selbst
die halbzeit des lebens erreicht
unmerklich oder schnell über nacht
 
der eine sagt:
nun werde ich grau und alt
es geht bergab – ich armer mensch
 
der andere sagt:
das leben ist schön und immer neu
jedes alter hat zauber und neubeginn
 
ja älter wird der mensch von tag zu tag
der körper diese sprache spricht
der arzt – er kennt dich, ab jetzt noch besser
 
pass auf und hör in dich hinein
et kütt wie et kütt
wirst alt und älter – doch bleib im herzen jung


CIRCUSKIND           DONNERSTAG
circus weisheit kommt – so steht es geschrieben
im viermastzelt faszination – thüringer traumland
zwei stunden akrobatik, tierdressur für jung und alt
plakate im dorf - ermäßigungskarten schnell verteilt
 
da ist mein cirkuskind – so sagt die lehrerin neben mir
erstes schuljahr – nur für ein paar tage – sie kann turnen
doch sie zieht mit dem zirkus von ort zu ort
circus weisheit...
 
da steht sie allein am schulhofrand – sie spielt nicht mit
denn sie weiß es ganz genau – sie hat es erfahren
schenk ich anderen mein herz – trennung und schmerz
circus weisheit...
                                                                                                                                 
ich seh in ihr gesicht und lache sie an – traurige augen
sehnsucht nach heimat, freundschaft, liebe - wie jedes kind
in der zweiten pause ein kleines hallo – dann wieder allein
circus weisheit...
 
ihre augen – ihr blick – ich hab ihn gespeichert im herzen
und jesus spricht: lasst die kinder zu mir kommen
gottes liebender blick gilt auch ihr: du bist von mir geliebt
gottes weisheit


SO IST ES         FREITAG
es gibt sie in jedem haus
den vorrat, den keller, den boden,
die schränke, regale und die truhen
doch fast immer zu klein
die ecken sind voll – der kopf auch
 
die arbeit – täglich genug
ein termin den anderen jagt
du musst, du sollst, du könntest noch
ein jeder kennt es
die ecken sind voll – der kopf auch
 
arbeit und freizeit, ehrenamt dazu
pflicht und kür, stress entsteht
und wenn es zuviel wird...
kommt der mensch nicht zur ruh
die ecken sind voll – der kopf auch
 
was hilft – was tun
man müsste, man sollte – der falsche weg
mensch räum auf und trenn dich von vielem
es gibt luft, es gibt platz - lässt neues entstehen
die ecken sind voll – der kopf auch
 
räum auch den kalender auf
nicht jeder termin muss sein
nimm dir zeit für IHN und für dich
dann bleibst du fit und gesund
die ecken sind leer – der Kopf atmet auf


VOLLBREMSUNG  –  AUFTANKEN    SAMSTAG
so geht es mir immer
schnell auf die autobahn
von haus zu haus – von ort zu ort
mit und ohne stau – es dauert die zeit
 
dann ist es geschafft – ziel erreicht
vollbremsung für kopf und herz
gewohnte gesichter in alten mauern
die arbeit ein paar tage vergessen
 
unruhiges herz – im kopf die menschen daheim
die glocken läuten – laden ein zum gebet
tag und nacht – benediktinischer rhythmus
ora et labora – bete und arbeite
 
ER ist die mitte – nicht nur hier
das herz kommt zur ruh – auftanken
friede der seele – freude des herzens
seine liebenden arme sind offen für alle
 
und dann SEIN geschenk
begegnung mit IHM im wort und im mahl
SEINE stimme - ich hör sie in mir:
ich bin immer bei dir – fürchte dich nicht


MITTE DES  LEBENS       SONNTAG
sie gehören zusammen in unserer kirche
der gleiche stein – sofort erkannt
taufbecken – beginn im namen des herrn
ambo und altar – untrennbar verbunden
wir hören SEIN wort – halten mahl mit IHM
eucharistie - fest des lebens
 
und bin ich allein am heiligen ort
der blick wird gelenkt hin zu ihm
ER wohnt in unserer mitte
der strahlenkranz aus stein gemeißelt
die goldene tür – sie leuchtet hell
tabernakel – ort des lebens
 
hier ist es leise – das herz wird ruhig
schweige und höre – neige deines herzens ohr
so wie ich bin – geliebt von IHM
ER schaut mich an – ich schau IHN an
zeit für ruhe – zeit für stille
anbetung – zeit meines lebens
 
die hand aus dem himmel
der finger auf die mitte zeigt
gott und mensch – himmel und erde
auf immer verbunden - der stein nun spricht
das ist mein geliebter sohn – auf IHN sollt ihr hören
ER – sinn meines lebens
Copyright 2007 – Alle Texte sowie die Zeichnung von Ferdi Höhmann sind
urheberrechtlich geschützt. Die Vervielfältigung, insbesondere das
Fotokopieren ist nicht gestattet.
Jede Verwertung bedarf der vorherigen Zustimmung des Herausgebers.
 

 
Z E I T A N S A G E
von Pfarrer Ernst Thomas (10.12.04)
        vorgetragen im  Silvester-Gottesdienst

die woche ist rum, tag für tag
schnell das jahr vergeht - das nächste schon im blick
die zeit rennt immer schneller, je älter man wird
das wissen die alten und sagen es den jungen
die zeit sie läuft - keiner hält sie auf

endlos und lang die zeit in jungen jahren
warten auf den führerschein, erwachsensein
die zeit geht vorbei, schnell die schönen stunden
nichts halten wir fest - doch im herzen erinnerung
die zeit sie läuft - keiner hält sie auf
  
      
frühjahr, sommer, herbst und winter
so wechseln die zeiten im jahr
ob glockenschlag, ob armbanduhr,
ob auf dem handy und pc,
die zeit sie läuft - keiner hält sie  auf

50 jahre - mehr als halbzeit ist  angesagt
ich schaue zurück und halte fest
was ist schon eine woche, ein monat, ein  jahr
die alten haben recht:
die zeit sie läuft - keiner hält sie  auf

drum: nutze die zeit - lebe das  leben
dann hast du zeit – zeit für ...
und die zeit sie läuft - keiner hält sie  auf
morgen fangen wieder 100 jahre an, so sagt mein  vater
und er fügt hinzu: so gott will – recht hat  er
 
                
  

In einem Oeventroper Supermarkt (21.10.)
O K T  –   Z E M B E R
von E. Thomas, Pfr. 7.10.2004

leer sind nun die felder, die ernte  eingefahren
blätter werden bunt, fliegen durch die  luft
obst und gemüse in hülle und  fülle
klare luft und nebel, herbstzeit-  erntedank
die jahreszeiten, sie wechseln  ab
maske, osterei, erntekranz und  tannengrün
ein zeichen löst das andere  ab
mensch, genieß die zeit, natur und  gottes schöpfung
  
doch geh ich in die  geschäfte...
aldi, kaufpark, lidl und wie sie alle  heißen
die regale sind voll mit leckeren  dingen
lebkuchen und nikoläuse, spekulatius  und stutenkerle
kein zeichen löst das andere mehr  ab
oder ist es schon dezember – die  adventlich schöne zeit?
nein, es ist oktober und es folgt noch  der november,
der ernste monat im jahr und  dann...
dann erst ist es  soweit
mensch, was tust du dir  an?


NACH - RUFE – NACH
               von E. Thomas, Pfr.

funk und fernsehen, zeitungen und internet
alles ist voll davon – tage- und nächtelang
nach-rufe auf ihn, den jahrtausendpapst,

den medienmann – es ging der mensch
glocken läuteten in dunkler nacht
kündeten von seinem übergang

menschen in aller welt, in kirche oder zuhause
eine kerze, ein stilles gedenken, mein nachruf
millionen menschen – keiner gleich

er ging zu ihnen – sie kommen zu ihm
ergriffen und traurig – im herzen belebt
ich bin froh – seid ihr es auch

rufe – nach dem nächsten erklingen
wer wird es sein, wer trägt die last
die wahlmänner werden ihn finden

rufe - nach … IHM


Ein klares Bekenntnis
          von Johannes Vielhaber

Der nebenstehende kleine Artikel fand sich in der SCHULPOST  der Klassen 4, einer Schülerzeitung, die auf dem Schulfest der kath. Grundschule  Dinschede am 6. Juni 2009 verteilt wurde.

Vermutlich haben die jungen Redakteure gar nicht  so genau gewusst, wer eigentlich „Schalla“ ist - nämlich jahrzehntelang Fußball-Jugendleiter im TuS Oeventrop, Schiedsrichter und vieles mehr und früher bei  jungen Sportlern in Oeventrop bekannt wie „ein bunter Hund“. Vielleicht auch hat  „Schalla“ nur seinen Spitznamen genannt.

Doch die Kinder haben es ganz klar auf den Punkt  gebracht, was er gesagt hat: römisch-katholisch getauft – jeden Sonntag in die  Kirche – ihm wichtig zu beten – Gott spielt sehr große Rolle.

Nun trifft so eine Aussage auf manchen Oeventroper  Christen zu. Doch „Schalla“ hat sich befragen lassen, bei seiner Aussage nicht  gekniffen, sondern ein klares Bekenntnis abgelegt. Wer ihn kennt weiß: So klar  und fair, wie er als Sportler gehandelt hat, so auch als Christ. Respekt!  

Wie heißt es doch in Matthäus 10,32-33: Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel  bekennen. Wer mich  aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel  verleugnen.


Mk 10, 46 – 52
von E.Thomas, Pfr., Maria Laach 16.11.2011

wenn dich
welt und menschen
erschüttern …
hab mut

wenn dich
welt und menschen
umhauen …
steh auf

wenn dich
freud und leid
treffen …

ER ruft dich
spür im herzen
dein glaube hilft  dir

 
Weihnachten - nur eine Kerzenlänge Gefühl?  

Die Tiere trafen sich, um darüber zu  streiten,
was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
„Die Hauptsache? Klarer Fall.
Die Hauptsache ist  der Gänsebraten“,
sagte als Erster der Fuchs.
„Schnee“, meinte der Eisbär, „ist das Wichtigste,  viel Schnee!“
Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten,
das macht mich erst  richtig glücklich.“
„Aber bitte nicht so viele Kerzen“, heulte nun die  Eule.
„Schön schummerig muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache.“
„Mein neues Kleid muss man sehen“, rief daraufhin  der Pfau.
„Wenn ich kein neues Kleid kriege, kann mir das ganze Fest gestohlen  bleiben.“
„Und Schmuck!“ krächzte die Elster.
„Jedes  Weihnachtsfest kriege ich was: einen Ring, ein Armband,
eine Brosche oder eine  Kette.
Das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten.“
„Na, aber bitte den Stollen nicht  vergessen“, brummelte der Bär,
„das ist doch die  Hauptsache. Wenn es den Stollen nicht gibt,
verzichte ich doch lieber ganz auf  Weihnachten.“
„Machs wie ich“, sagte der Dachs. „Pennen! Pennen,
das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich:
mal wieder richtig pennen!“  
„Und saufen“ ergänzte der Ochse,
„mal richtig  einen saufen und dann pennen!“
- Aber da schrie er plötzlich laut auf,
denn der  Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt:
„Du Ochse, denkst du denn gar nicht an das Kind?"  
Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte:
„Das Kind, ja das Kind, das ist doch die Hauptsache.“
„Übrigens“, fragte er dann den Esel:
„Wissen das die Menschen eigentlich?“  

Aus „Bild der Frau“,
gesammelt von Elke Siepe für ihre  „Schöne-Geschichten-Sammlung“
23.05.2017
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü